Donnerstag, 19. Juli 2012

[Rezension] Morton Rhue - Über uns Stille

Den meisten wird der Name Morton Rhue vielleicht etwas sagen. Er hat (neben diversen anderen Büchern) das Buch "Die Welle" geschrieben. Wird gerne im Unterricht behandelt aufgrund des guten Diskussionsstoffs. Und das neue Buch kann da - meiner Ansicht nach - sehr gut mithalten.


Kurz zum Inhalt: Das Buch behandelt die Kubakrise (Auseinandersetzung zwischen USA und der Sowjetunion) und deren (zum Glück nicht realen) Folgen.
Scott lebt im Jahr 1962, mitten in dieser Zeit. Sein Vater baut einen Bunker als Schutzmaßnahme. Doch was nur vorbeugend sein sollte, kommt schneller zum Einsatz als man denkt. Mitten in der Nacht wird der Alarm ausgelöst, Scott und seine Familie müssen in den Bunker fliehen, doch sie sind nicht allein...
Während der Bauphase haben natürlich auch Scotts Nachbarn mitbekommen, was im Garten vor sich geht. Doch statt selbst entsprechenden Maßnahmen zu greifen, verspottet man die Familie und sieht sich nicht in Gefahr. Als sich die Situation jedoch so unvermittelt ändert, ändern sich auch die Meinung der Nachbarn. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen...
Als Nebenstrang wird auch das damalige Thema rund um Rassismus angeschnitten, zwar wirklich kurz, aber sehr gut auf den Punkt gebracht.




Zum Stil: Man wird direkt in die Geschichte katapultiert, was mich als Leser im ersten Moment verwirrte, obwohl das Thema des Buchs klar vorgegeben ist. Dennoch habe ich nicht mit einem direkten Einstieg gerechnet.
Das sog. Reisverschlussverfahren der Kapitel (Bunker, Rückblende) liest sich sehr leicht und man bekommt die nötigen Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Charakteren. Für meinen Geschmack hätten diese ruhig ein wenig üppiger ausfallen können, zur Geschichte passt es aber dennoch.
Die Kapitel sind im Durchschnitt zwischen zwei bis vier Seiten kurz, was das Lesen sehr angenehm gestaltet. Der Lesefluss hat bei mir nicht eine Sekunde gelitten, sondern wurde durch die vereinfachte Syntax sogar noch gefördert. Mir fiel es wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Am meisten gefällt mir jedoch, dass Rhue Fakt und Fiktion so gekonnt in einander überfliessen lässt, das man wirklich davon ausgehen könnte, Russland habe Amerika mit Atombomben angegriffen und der "Schwarze Samstag" sei ganz anders verlaufen...


Fazit: Rhue hat es auch mit diesem Buch wieder geschafft, mit einer kurzen und knappen Story für jede Menge Diskussionen zu sorgen. Allein die Fragen, die man sich bereits zu Anfang stellt ("Was wäre wenn,..." oder "Was würde ich tun?") bieten sich gerade zu an auch gerne hitzig diskutiert zu werden.
Als Schüler würde ich mich freuen, ein solch modern geschriebenes Buch mit geschichtsträchtigem (eigentlich sogar aktuellem) Thema lesen zu können. Schüler bin ich nicht mehr, hab's trotzdem sehr gern gelesen und kann es nur weiterempfehlen.

Note: (88%)


Allgemeine Infos (Idee geklaut bei der kleinstadtkatze):
- Über uns Stille (orig. The Bomb) von Morton Rhue
- erschienen am 01.05.2012 beim Ravensburger Buchverlag
- Gebundene Ausgabe mit 240 Seiten für 14,99 Euro (alternativ Kindle Edition für 12,99 Euro oder Audiobook für 16,99 Euro) 
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: LovelyBooks 

Kommentare:

  1. Das Buch würd ich auch gern noch lesen...klingt interessant!

    Und einen schönen Blog hast du! :D

    Gegenbesucher sind gern gesehen
    http://nicisbooks.blogspot.de/

    LG Nici

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  2. Meine Schwiegermama hat's gestern in einem Rutsch durchgelesen, tat sich aber leicht schwer. Sie hat sich bisher nie richtig mit dem Thema Kubakrise beschäftigt und wusste nicht was nun wirklich passiert ist :/

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