Donnerstag, 9. August 2012

[Rezension] Luca Di Fulvio - Der Junge, der Träume schenkte

Auch wenn ich das Buch schon vor ein paar Tagen gelesen habe, möchte ich eine Rezension verfassen. Schließlich ist jedes Buch so etwas wert :)

Brutal, romantisch, lustig, familiär, loyal, naiv, tragisch... so könnte man den Inhalt kurz mit Adjektiven beschreiben.
Amerika in den 1920er Jahren. Christmas, der eigentlich als Natale Luminita in Italien geboren wurde, verbringt seine Kindheit in einem Slum mitten in New York. Er lebt bei seiner Mutter, die als Prostituierte arbeiten muss, um Geld zu verdienen. Natürlich kommt Christmas mit diesem Umstand nicht zurecht, wird gehänselt und verlässt die Schule. Seit dieser Zeit schlägt er sich zusammen mit seinem besten Freund Santo durch. Doch er hat einen Traum - er will seine Mutter aus diesem Elend befreien.
Cetta, Christmas' Mutter, ist bereits mit 15 Jahren aus Italien geflüchtet. Ihr Sohn ist das Ergebnis ihrer ersten sexuellen Erfahrung - einer Vergewaltigung. Doch gerade deswegen liebt sie Christmas abgöttisch und möchte nichts weiter, als das Beste für ihren Sohn. Daher sieht sie es auch nicht gern, wenn dieser durch die Straßen streift, selbst als er seine "Gang" die Diamond Dogs gegründet hat. Cetta weiß nicht das es diese Gang eigentlich nicht gibt, sondern Christmas ein wahres Lügenkonstrukt erschaffen hat, was ihn allerdings in noch mehr Schwierigkeiten bringt. Denn so wird der Mafiaboss Rothstein (den es sogar real gegeben hat) auf ihn aufmerksam...
Doch was wäre eine Geschichte ohne Liebe? Nicht viel! Daher gibt es direkt zwei Liebesgeschichten - die von Christmas und Ruth Isaacson. Sie lernen sich kennen, als Christmas Ruth nach einer Vergewaltigung durch Bill - den Gärtner der Isaacson - das Leben rettet. Doch die beiden wollen einfach nicht zu einandern finden. Noch nicht.
Ihnen ergeht es wie Cetta mit ihrem Zuhälter Sal. Dieser kümmert sich um Cetta, seit sie mit dem Schiff in New York angekommen ist. Doch er hält sich bedeckt und macht ihr schnell klar, um was es ihm geht. Doch Cetta wird der Versuche nicht müde, ihn umzustimmen. Ob es doch noch gelingen wird?
Zusammenfassend ist zu sagen: es gibt sowohl Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart, wie auch von diversen Protagonisten. Die Hauptrollen übernehmen dabei Cetta, Christmas, Ruth und Bill.



Der Stil des Buches ist einfach gehalten. Zwar ist es anfangs sehr verwirrend das die Geschichte mit der jungen Cetta beginnt und dann im Wechsel zwischen Gegenwart, Vergangenheit, Christmas und Cetta hin und her springt. Doch man hat sehr schnell raus, worauf der Autor di Fulvio hinaus möchte. All die verschiedenen Erzählstränge laufen auf die Gegenwart zu. Ich habe bisher kein Buch erlebt, was derart viele Protagonisten sinnvoll zu einem Strang vereinigen konnte. Allein dafür meinen größten Respekt!
Sicherlich muss angemerkt werden das auch dieses Buch voll von Gewalt und auch Sex ist. Dementsprechend findet man Szenenbeschreibungen und Dialoge. Das sollte aber vor dem Lesen des Buches definitiv klar sein!

Mein Fazit kann daher nur lauten: lesen! Es wird sicherlich einige geben, denen das Buch zu brutal ist, zu eintönig oder gar langatmig. Doch das alles zusammen macht das Buch erst zu dem, was es ist - ein Roman, den man selten findet. Ein kleines Meisterstück des Autors Di Fulvio!

Note: (98%)

Allgemeine Infos:
- Der Junge, der Träume schenkte (orig. 'La Gang dei Sogni') von Luca Di Fulvio
- erschienen im August 2011 bei Bastei Lübbe
- ISBN-13: 978-3404160617
- Taschenbuch mit 784 Seiten für 9,99 Euro oder Kindle Edition (8,49 Euro), Audiobook (14,99 Euro) oder Hörbuch (39,95 Euro) 
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: keine

Kommentare:

  1. Ich bin schon einige Male an diesem Buch in diversen Bestsellerregalen vorbeigekommen und habe wusste nicht was ich davon halten sollte, d.h. ob es lesenswert ist. Danke für deine Einschätzung!

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  2. Das Buch liegt auch noch auf meinem SuB!

    Aber ich habe mich jetzt bei einer Leserunde zu dem Buch angemeldet und hoffe, dass ich dann etwas motivierter bin diese vielen Seiten zu lesen.

    Das das Buch brutal ist, habe ich aber auch schon oft gelesen und schreckt mich so ein bisschen ab. Mir geht sowas immer sehr nahe :(

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