Montag, 15. Oktober 2012

[Rezension] Andreas Winkelmann - Wassermanns Zorn

Auch wenn sich bei mir die Leserunde ein wenig verzögert hat, eine Rezension darf dennoch nicht fehlen :)

"Stocksteif beobachtete er das Spektakel und spürte dabei, wie er in seinem Inneren etwas Neues wuchs an der Stelle, an der zuvor etwas gestorben war." (S. 237)

Zur Geschichte: es gibt mehrere Charaktere, deren Geschichten am Ende des Buches zusammenlaufen.
Zum einem ist da der Kriminalkommissar Eric Stiffler. Er befindet sich nun seit Jahren in einem Tief, aus dem er scheinbar nicht mehr herauskommt. Und zu allem Überfluss, scheint nun ein Mörder unterwegs zu sein der seine Opfer, Frauen, ertränkt und für Stiffler merkwürdige Nachrichten und Hinweise hinterlässt. Doch nicht genug, Stiffler kennt all diese Frauen...
Die junge und noch unerfahrene Kommissarin Manuela Sperling hat gerade bei der Mordkommission angefangen und wird direkt Stiffler zugeteilt. Doch sie findet den Fall von Beginn an merkwürdig und findet immer mehr widersprüchliche Hinweise. Doch wohin wird sie das bringen?
Das der Mörder, der sogenannte Wassermann, seine Opfer bereits vorher ausgewählt hat, weiß auch die ehemalige Prostituierte Lavinia. Denn sie lebt bereits seit drei Jahren in Angst und Schrecken. Ihre Freundin wurde damals vom Wassermann ermordet und Lavinia kennt ihn. Doch er kennt auch sie.
Doch Lavinia muss nicht alleine sein, ihr steht der Taxifahrer Frank zur Seite. Jedenfalls soweit er kann, denn er leidet und einer neurologischen Krankheit namens Narkolepsie. Unkontrolliertes einschlafen und furchtbare Träume plagen Frank seit Jahren. Doch seit er Lavinia kennengelernt hat, scheint sich etwas verändert zu haben. Er versucht alles, um sie zu beschützen.



Der Stil entsprich nicht der eines typischen Thrillers. Mann kennt von Anfang an den Mörder und weiß, worauf er es abgesehen hat. Auch die Opfer sind, bis auf eine Ausnahme, ebenfalls schon bekannt. Dennoch verliert deThriller nicht an Spannung! Es ist wie mit jedem guten Horrorfilm - man weiß, was kommt aber man erschreckt sich dann dennoch.
Auch sonst ist der Schreibstil sehr angenehm zu Lesen. Keine Schachtelsätze oder lange Monologe. Die Kapitel sind angenehm eingeteilt, man gut mal eine Pause einlegen (was aber dank der Spannung echt schwer fällt).
Einzig die Charaktere störten mich ein wenig. Mit Stiffler und Manuela bin ich bis zum Ende hin nicht richtig warm geworden. Ich denke, bei Stiffler ist es auch irgendwie beabsichtigt, aber Manuela hätte mir wegen ihrere Nutella-Sucht schon sympathisch sein müssen. Aber der Funke ist nie so richtig übergesprungen. Ganz anders bei Lavi und Frank. Die beiden sind für mich ein süßes Paar (bzw. könnten es sein), zwar mit Ecken und Kanten, aber gerade das macht sie so menschlich und nahbar. Daher tut mir Frank auch besonders am Ende des Buches leid...

Mein Fazit: ein schöner Thriller, der eine gut ausgearbeitete Story bereithält. Wenn ich demnächst nochmal ein Buch von Andreas Winkelmann sehe, werde ich mir bestimmt zweimal überlegen ob ich es mir kaufe (positiv gemeint, ich knauser mit neuen Bücher seeeeehr). Thrillerliebhaber werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen! Besonders gelungen sind die verschiedenen Geschichten. Man erfährt immer genau so viel, wie man gerade braucht. Dadurch entsteht eine Spannungskurve, die stetig steigt und mit einem ungeahnten und offenen Ende en höchsten Punkt findet.


Note: (88%)


Allgemeine Infos:
- Wassermanns Zorn von Andreas Winkelmann
- erschienen am 17. August 2012 beim Wunderlich Verlag
- ISBN-13: 978-3805250375
- Taschenbuch mit 416 Seiten (14,95 Euro), Ebook (12,99 Euro) oder Audio-Book (11,40 Euro)
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: LovelyBooks

Kommentare:

  1. Hey Ina,

    ich habe das Buch auch gelesen und fand es toll :) Es war schon sehr spannend!
    Übrigens Deine Übersicht wo man was posten darf ist toll!

    LG
    Juju

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    1. Ich war erst skeptisch wegen dem Titel, aber schon die Leseprobe ist ja super ^^
      Danke :)

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