Mittwoch, 10. Oktober 2012

[Rezension] Axel S. Meyer - Das Lied des Todes

"Thankmar schaute aus dem Fenster. Die Sonne stand über den Wäldern der Mark. Helles Licht fiel in die Kammer. Dennoch glaubte Thankmar, die ewige Finsternis strecke ihre Arme nach ihm aus, um ihn in die Hölle hinabzuziehen" (S. 114)

Die Geschichte beginnt im Jahr 955 und dreht sich im Groben um folgende Personen: Thankmar ein verstoßene Graf, der durch einen Mordversuch am König in der Dänischen Mark gelandet ist; das Geschwisterpaar Aki und Asny mit ihrer Mutter Velva, eine Seherin die von Thankmar verfolgt wird; Hakon der Rache an Thankmar nehmen möchte, da dieser sein Dorf vernichtet und seine getötet hat.
Thankmar ist seit dem Tod seines Vaters, der ebenfalls den zur Zeit herrschenden König Otto stürzen wollte, vom Besteigen des Throns besessen. Er tut alles dafür um sein Ziel zu erreichen. Zu Beginn des Buches verfolgt er die Seherin Velva, da diese seine Pläne durchkreuzen könnte. Fast erreicht er auch sein Ziel, jedoch schenkt der Dänenkönig der Seherin und ihren Kindern in letzter Minute die Freiheit und diese verstecken sich seit dem im Wald und kämpfen um ihr Überleben. Doch bevor Velva geht, verflucht sie Thankmar mit dem Lied des Todes...
Die Kinder der Seherin, Aki und Asny, sind Zwillinge. Eine jüngere Schwester der beiden verstirbt leider bei dem Kampf ums Überleben im Wald. Aki schwört Rache zu nehmen, doch vorerst kommt er (leider) nicht dazu.
Hakon hat ebenfalls Rache an Thankmar geschworen. Dieser hat bei einem Überfall auf sein Dorf seine Frau getötet und seine Mutter verletzt. Um seine Ehre wieder herzustellen, muss er nun Thankmar töten. Doch leider gelingt es ihm zu Anfang nicht. Dafür kommt er in den Besitz eines merkwürdigen Dokuments, das für Thankmar eine sehr große und wichtige Rolle spielt. In diesem Dokument ist festgehalten, das er Anspruch auf den Thron hat.



Der Stil: Die verschiedenen Geschichten der Charaktere sind durch die Kapitel von einander getrennt. Wobei die Kapitel nicht lang sind und teilweise nochmals durch Absätze unterteilt. Die Schilderung der damaligen Zeit ist sehr gut umgesetzt, man bekommt einen guten Eindruck und kann sich in die verschiedenen Charaktere gut hinein versetzen.
Das Buch ist in vier Teile unterteilt, die jeweils mit einem Datum versehen sind. In jedem Teil werden die verschiedenen Erzählstränge weiter miteinander verbunden, bis sie am Ende zusammen laufen.
Im Laufe der Geschichte erlebt man mit den Charakteren mehrere Jahre, bis hin zum Jahre 961. Man merkt deutlich die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Sei es nun Thankmar, der vom Wahnsinn nicht mehr weit entfernt ist, oder Aki und Asny die nun als Erwachsene durchs Leben ziehen. Auch die Nebencharaktere entwickeln sich stetig weiter, was ein Abtauchen in die Geschichte sehr vereinfacht. Man (er)lebt mittendrin.

Mein Fazit: ein super historischer Roman. Ich habe zwar noch nicht viele gelesen, aber mich hat das Buch überzeugt. Es gibt ein paar Dinge die ich nicht so schön finde, unter anderem finde ich die Manie von Thankmar zum Teil zu viel. Sicherlich war Aberglaube damals ein großes und wichtiges Thema, aber so ganz nachvollziehen konnte ich es trotzdem nicht. Mir kam er teilweise sogar eher so vor, als wäre Thankmar zudem Alkoholiker. Hakon gefällt mir als Charakter super gut, doch leider kommt er mir ein wenig zu kurz. Ich hätte gerne mehr über ihn gelesen.
Trotzdem ist das Buch wirklich gelungen und für jeden Liebhaber von historischen Romanen (und auch für Nicht-Liebhaber) eine Empfehlung.


Note: (89%)


Allgemeine Infos:
- Das Lied des Todes von Axel S. Meyer
- erschienen am 01. September 2012 bei rororo
- ISBN-13: 978-3499257674
- Taschenbuch mit 640 Seiten (9,99 Euro) oder Kindle Edition (9,99 Euro) 
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: LovelyBooks

Kommentare:

  1. Eine wirklich durchaus interessante Geschichte die du hier vorgestellt hast. Bisher habe ich nur einen historischen Roman, den über Ferdinand Porsche gelesen, da ich bisher noch nicht wirklich was damit anzufangen wusste. Dieser hatte mich aber überzeugt und deine Rezi lässt mich überlegen, auch dieses Buch einmal zu lesen. Mal gucken.
    Zumindest ist deine Rezension sehr schön! :)

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    1. Dankeschön :)
      Also ich find das Buch wirklich super, auch für "historische Neulinge". Die ganz typischen (durchauch auch mal brutalen und sexistischen) Inhalte stehen hier nicht im Vordergrund, sondern wirklich die Geschichte

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