Freitag, 19. Oktober 2012

[Rezension] Olaf Kolbrück - Keine feine Gesellschaft

""Ich bin nicht von der Polizei."
Die Tür fiel ins Schloss, ohne eine Geräusch zu machen."
"Sie waren es aber einmal und nun ist das Schnüffeln zu ihrer zweiten Natur geworden. Sie können es nicht lassen, das Leben anderer Menschen auf den Kopf zu stellen."" (S. 104)

Die Story: Eva Ritter lebt zusammen mit ihrer 17 Jahre alten Tochter in Frankfurt und arbeitet in der Wirtschaftsbranche. Den Polizeidienst musste sie aus gesundheitlichen Gründen verlassen, jedoch scheint sie dennoch keine Ruhe finden zu können. Als sie bei einem Bekannten, Wim Voss, in Schrebergarten zu Besuch ist, findet sich in der Gerätetruhe eine Leiche. Und Eva kennt den Verstorbenen Paul Lücker...
Kurz darauf findet man eine weitere Leiche, seine Geliebte Heidi Münzer. Auch wenn sie es nicht mehr darf, beginnt Eva auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei kommen ihr ihre alten Kontakt zu Gute und sie scheint einem Skandal auf der Spur zu sein.
Doch leider läuft es privat nicht so gut. Eva hat eine schwere Muskelkrankheit, ihre lesbische Tochter ist schwanger und ein Mann ist auch nicht in Sicht. Aber den hat Eva eigentlich auch garnicht nötig. Sie kommt, trotz Krankheit, auch so gut durchs Leben. Doch die Arbeit bei der Polizei fehlt ihr, das machen ihr die Ermittlungen im Mordfall Paul Lücker erst wieder richtig bewusst.
Eva muss aber nicht alleine Forschen, ihre alte Freundin Doris Unbehaun und Wim Voss stehen ihr tatkräftig zur Seite.



Der Stil:Die Geschichte wird von einem Er-Erzähler erzählt. Dabei erfährt man fast ausschließlich die Gedanken von Eva, so dass ich hier eher einen Ich-Erzähler erwartet hätte. Es passt aber dennoch alles zusammen, die Geschichte liest sich flüssig und ist schlüssig. Auch die Charaktere wurden von Olaf Kolbrück gut beschrieben und sind ausgereift. Ob man sich nun mit den Charakteren wohlfühlt, ist ja eine andere Sache. In der Leserunde haben sich einige über Eva und ihr Verhalten zu ihrer Tochter gewundert, doch eigentlich wird im Laufe des Buches klar warum. Denn Eva selbst ist zwar Polizistin (gewesen), aber privat ein anderer Mensch. Auch die Muskelkrankheit ändert nichts daran.
Leider finde ich die Kapitel ein wenig zu lang, ich musste meistens erstmal eine Pause machen und das Gelesene richtig zu verstehen, denn die vielen Wirtschaftsprozesse sind nicht einfach. Aber sie gehören zum Verständnis der Geschichte dazu und machen letztendlich den Mörder und den Titel des Buches aus.

Mein Fazit: ein gelungener Krimi, der mir allerdings ein wenig zu viel mit Finanzen bzw. Wirtschaft gespickt ist. Sicherlich gehören die ganze wirtschaftlichen Vorgänge zur Aufklärung des Falls, aber mir fiel das Lesen bei einigen Abschnitten schon ein wenig schwerer. Schön fand ich aber, das man wirklich rätseln muss wer nun der Mörder ist. Denn da ergeben sich einige Optionen. Auch die Charaktere find ich gelungen und glaubhaft, daher eine Leseempfehlung für jeden Krimiliebhaber.


Note: (81%)


Allgemeine Infos:
- Keine feine Gesellschaft von Olaf Kolbrück
- erschienen am 03. Juli 2012 beim fhl Verlag
- ISBN-10: 978-3942829243
- Taschenbuch (broschiert) mit 235 Seiten (12,00 Euro) oder Ebook (9,99 Euro)
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: LovelyBooks

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen