Dienstag, 6. November 2012

[Rezension] Anna Weidenholzer - Der Winter tut den Fischen gut

Dieses Buch habe ich über BloggdeinBuch.de erhalten und durfte es rezensieren. Es gab nur wenige Bewerber für das Buch, ich konnte mir am Anfang nicht vorstellen wieso...

"Als die Tür hinter ihr zufällt, denkt Maria: Alles beginnt von vorn, am Ende der Anfang, das Ende, der Anfang, man kann es nicht sehen, wie man möchte[...]" (S. 45)

Die Story: Maria Beerenberger ist "über 48", verwitwet und nun auch noch arbeitslos. Seit Jahren hat sie nichts anderes getan als jeden Tag zur Arbeit zu gehen und sich abends mit ihrem Mann Walter auf das Sofa zu setzen. Doch nun ist alles anders.
Maria zieht sich immer weiter zurück. Sie geht weder zu den Terminen beim Arbeitsamt, noch zu ihrer Schwester. Kinder hat sie mit ihrem Mann nie gehabt, so dass sie nun allein in der Wohnung (Anmerkung: in Österreich) lebt.
Auch ihre alten Arbeitskollegen können sie nicht mehr aus dem Loch herausholen - alles erscheint sinnlos und befremdlich...



Der Stil: Dieses Buch hat mich direkt am Anfang schon überrascht. Man liest die Geschichte rund um Marie rückwärts. Das Buch hat 54 Kapitel und mit diesem fängt es auch, wobei ein Er-Erzähler über Marias vergangenes Leben berichtet. *Spoiler* Man reist dabei durch die verschiedenen Abschnitte, angefangen beim Ende. Man erfährt mehr über Marias Werdegang nach der Entlassung im Modegeschäft und wie sie beim Arbeitsamt behandelt wird. Man erlebt wie die Freundschaften zu ihren Kolleginnen immer weiter zerfallen, ebenso die Nähe zu ihren Nachbarn. Selbst zu ihrer Schwester pflegt Maria keinen Kontakt mehr. Das Ende des Buches beginnt eigentlich in der Kindheit von Maria und erklärt wie sie so geworden ist.
Denn Marias Charakter ist sehr eigen. Anna Weidenholzer muss meiner Meinung nach eine sehr gute Fantasie haben oder hat selbst solche Erfahrungen gemacht (ob nun persönlich oder im Umfeld kann ich nicht sagen). Und so eigen Maria ist, so eigen ist auch der Schreibstil. Keine direkten Dialoge, dafür jede Menge Selbstgespräche. Mir fiel das Lesen dadurch sehr schwer und ich musste einige Passagen mehrfach lesen um den Inhalt wirklich zu verstehen. Doch leider bin ich mir hier immer noch nicht sicher. Die Satzlänge und Satzstellung sind einfach zu lang und zu wirr.
Positiv dagegen finde ich die Einteilung der Kapitel. Die Länge variiert dabei von wenigen Zeilen bis hin zu mehreren Seiten. Dennoch immer passend.

Mein Fazit: Auch wenn ich das Thema menschlicher Verfall, bzw. die Konsequenzen einer lebenslangen Abhängig von Beruf und Ehepartner sehr interessant finde - überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Ich bin einfach nicht mit dem Schreibstil zurecht gekommen. Zudem konnte ich keinerlei Sympathie zu Maria aufbauen - und das trotz der vielen (gemeinen) Schicksalsschläge...
Somit kann ich mich leider nicht zu einer Leseempfehlung durchringen. Am besten man schaut sich die Leseprobe (siehe unten) an und entscheidet selbst.


Note: (50%)


Allgemeine Infos:
- Der Winter tut den Fischen gut von Anna Weidenholzer
- erschienen am 04. September 2012 beim Residenz Verlag
- ISBN-13: 978-3701715831
- Hardcover mit 250 Seiten (21,90 Euro) oder Ebook (12,99 Euro) bei Amazon kaufen 
- Leseprobe: beim Verlag 
- Leserunde: keine, BdB

Kommentare:

  1. Thematisch finde ich das Buch ja sehr interessan, aber lange und wirre Sätze würden mich vermutlich auch stören. Deine Rezension gefällt mir :)

    LG
    Jai

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    1. Danke :)
      Ich hab auch lange an der Rezension gesessen, gerade nachdem ich gelesen hatte wieviel Hintergrundinfos sich Anna Weidenholzer besorgt hat und wieviel Mühe im Buch steckt. Aber ich komme mit dem Stil leider echt nicht zurecht :/ Mir tut's schon irgendwie leid, aber ich kann aus Sympathie ja keine Punkte vergeben

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