Donnerstag, 29. November 2012

[Rezension] Kasja Ingemarsson - Der Himmel so fern

Dieses Buch war die Lesechallenge im November bei LovelyBooks - und für mich war es wirklich eine Challenge.
Ich kannte die Autorin bisher nicht und konnte mir anhand der Leseprobe zwar ein gutes Bild machen... aber der Roman hat sich dann in eine völlig andere Richtung entwickelt.

Die Story: Rebecka lebt mit ihrem Mann Mikael zusammen in einer großen, schicken Wohnung. Sie mag den Luxus und kann sich diesen auch durch ihren sehr guten Job leisten. Doch so gut es hier scheinbar läuft, desto schlechter geht es mit der Beziehung zwischen Rebecka und Mikael. Ohne etwas damit vorweg zu nehmen: Rebecka begeht Selbstmord und stürzt sich in den Tod. Für Mikael.
Doch für Mikael bricht damit seine Welt zusammen. Zwar ahnte er schon im Unterbewusstsein etwas, doch hat er dies nie ansprechen können. Sogar über eine eventuelle Trennung konnte er mit Rebecka nicht reden, da diese sich vor allem verschließt und so ihr "Spielchen" mit Mikael betreibt. Je weiter sie sich von ihm entfernt, desto anhänglicher wird er. Doch mit ihrem Tod bezweckt nun Rebecka genau das Gegenteil.
Während sie in einer Art Zwischenwelt gefangen ist und nur ihren "Schutzengel" Arayan zur Seite hat, lernt Mikael das Leben neu kennen...



Der Stil: Mich haben beim Lesen sofort wieder verschiedenen Stilwechsel gereizt und ich empfand sie auch als sehr passend. Rebecka erzählt aus der Ich-Perspektive über ihr "Leben" in der Zwischenwelt, was sogar auf eine gewisse Art sehr glaubhaft erscheint. Auch die Gespräche mit dem Schutzengel Arayan - kursiv gedruckt - tragen viel zur Geschichte bei. Mikaels Leben ohne Rebecka hingegen wird von einem Er-Erzähler dargestellt, der sich aber auf die Gedanken und Taten von Mikael beschränkt. Nur selten weicht Kasja Ingemarsson hier ab und lässt uns an den Gedanken der anderen Hinterbliebenen teilnehmen. Aber dennoch ergibt sich aus diesem Wechsel ein gut zu lesendes Buch. Ebenfalls tragen die Einteilung der Kapitel und der Satzbau viel positives zum Lesefluss bei.
Was für mich aber das Lesen dennoch sehr schwer gemacht hat, ist der Charakter Rebecka selbst. Sie ist egoistisch, egomanisch, abgebrüht und gefühlskalt. Mir fallen noch zig andere negative Aspekte ein, aber ich denke diese Umschreibung trifft es ganz gut. Ich weiß nicht, ob es wirklich so von der Autorin beabsichtigt war, aber irgendwie macht es das Buch für mich schon fast kaputt.

Mein Fazit: Das fällt dementsprechend aus... Ich dachte anfangs noch, das sich Rebecka ändern wird. Aber selbst ganz zum Schluss hat mich diese Frau mit ihren Ansichten und Gedanken einfach nur genervt. Sie rangiert mittlerweile ganz oben auf meiner Liste meiner "Hass-Charaktere".
Da sich das Buch aber nicht nur um Rebecka, sondern auch um Mikael und sein Leben nach Rebeckas Tod dreht, hat das Buch auch schöne Seiten. Hier zeigt sich wohl das wahre Können von Kasja Ingemarsson, ein sehr gefühlvoller und intensiver Schreibstil.
Empfehlen würde ich das Buch wohl trotzdem nicht, dann wohl eher eines der anderen Bücher der Autorin (auch wenn ich diese nicht selbst gelesen habe).


Note: (47%)


Allgemeine Infos:
- Der Himmel so fern (orig. 'Nagonstans inom oss') von Kasja Ingemarsson
- erschienen am 23. Oktober 2012 beim Fischer Verlag
- ISBN-13: 978-3596194407
- Reihe: nein
- Taschenbuch mit  448 Seiten (12,00 Euro), Ebook (9,99 Euro) oder Audiobook (19,95 Euro)
- Leseprobe: beim Verlag (.pdf)
- Leserunde: bei LovelyBooks.de

Kommentare:

  1. Passt jetzt zwar nicht zur Rezension aber schau doch nochmal bei der Auslosung zum Hobbit bei mir im Blog (http://philipswelt.blogspot.de/2012/11/auslosung-hobbit-gewinnspiel.html) vorbei ;) Da hat sich was neues ergeben ;)

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    1. Danke, habe es auf FB gesehen und direkt eine Mail geschickt :)

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