Sonntag, 21. Juli 2013

[Rezension] Marc Elsberg - Blackout

Nach längerer Pause habe ich vor einigen Tagen mal wieder ein Buch über BloggdeinBuch.de erhalten. Diesmal war es ein Bestseller aus dem Blanvalet Verlag und ich kann schon vorweg sagen: kein Wunder, das es ein Bestseller geworden ist!

Die Story: Piero Manzano ist Italinier, Hacker und gerade mit dem Auto unterwegs als plötzlich der Strom ausfällt. Doch nicht nur ein Stadtteil ist betroffen, nein. In ganz Italien scheint der Strom ausgefallen zu sein. Und das mitten im Februar!
Schnell stellt sich heraus, das es nicht nur den Italienern so geht. Überall in Europa brechen die Stromkreise zusammen und die Versorgung der Menschen steht still. Doch warum? Wer will Europa schaden und wieso?
Die Situation wird von Tag zu Tag schlimmer, doch ein Ende scheint noch nicht in Sicht zu sein. Trotz der Tatsache das Manzano mittlerweile den Verursachern auf der Spur ist, gerät er selbst als Verdächtiger ins Netz von Europol und Co. ...
Was ist noch nötig, damit man ihm glaubt und Unterstützung zukommen lässt?




Der Stil: Es gibt diverse Handlungsstränge, die am Ende des Buches zusammen laufen.
Das Buch beginnt mit Piero Manzano, einem mehr oder weniger typischen Italiener. Er ist ein wenig eingebildet, was sich aber im Laufe des Blackouts ganz schnell ändert. Erzählt wird seine Sicht der Dinge von einem Er-Erzähler. Man bekommt vieles mit, sowohl was seine Umgebung als auch seine eigene Gedankenwelt betrifft. Man begleitet Manzano auf seinem Weg die Verursacher zu stoppen und erlebt dabei auch einige unschöne und erschütternde Szenen.
Der nächste wichtige Handlungsstrang spielt in Berlin und dreht sich um die stellvertretende Abteilungsleiterin Frauke Michelsen. Durch sie erfährt der Leser was sich in Deutschland abspielt und wie die vielen Regierungen auf den Blackout reagieren. Denn jede noch mögliche Konferenzschaltung zwischen den europäischen Ländern wird von ihr verfolgt. Immerhin soll sie die Dinge versuchen zu richten.
Ein weiterer Handlungstrang der sich bereits realativ früh mit dem von Piero Manzano verbindet ist die Geschichte von Lauren Shannon, einer amerikanischen Journalistin die zur Zeit in Paris lebt und das Geschehen aus einer ganz anderen Sicht wahrnimmt. Wie Manzano erlebt dieser Charakter eine starke Wandlung während des Blackouts, ebenfalls geprägt durch die Vorkommnisse.
Erst später kommt der Handlungsstrang mit dem Europolbeamten Francois Bollard hinzu.Wie bei Manzano, Michelsen und Shannon kommt hier der Er-Erzähler zum Einsatz. Es werden viele Informationen geliefert, was genau bei diesem Blackout passiert und wie es passieren konnte. Man könnte sagen, hier wird das Basiswissen rund um Strom und IT vermittelt, welches der Leser auch benötigt. Auch sticht hier der familiäre Teil sehr hervor, aber da möchte ich jetzt nicht zu viel vorweg nehmen.
Neben diesen Haupthandlungssträngen gibt es noch diverse kleinere, die zwar ebenfalls wichtig sind aber auf die ich leider nicht alle eingehen kann. Erwähnt sei noch, dass zwischendurch sogar in das Lager der Verursacher geschaltet wird. Durch die anderen Handlungsstränge kam es bei mir schnell zu Vermutungen wer dahinter stecken könnte... doch ich lag leider falsch. Marc Elsberg hat hier ein wirklich großes Konstrukt geschaffen, das nur wenigen Autoren erfolgreich gelingt. 
Sowohl die Geschichte selbst, als auch das Wissen und die gewählten Charaktere stehen in einem guten Mischverhältnis zu einander. Man fühlt sich als Leser nicht erschlagen, aber auch nicht zu wenig informiert. So konnte ich alles gut nachvollziehen.
Der von einigen Rezensenten angesprochene fehlende Spannungsaufbau ist meiner Ansicht nach sehr wohl vorhanden. Ich mochte das Buch zeitweise garnicht mehr aus der Hand legen.
Die Kapitel sind meist nur wenige Seiten lang und auch wenn sich viele Handlungsorte und Personen im Buch tümmeln, war ich dadurch nicht irritiert. Diese Sprünge in der Handlung machen das Buch zu etwas Besonderem.
Was mich jedoch am meisten beeindruckt hat, ist der Realismus der ganzen Geschichte. Ich hatte nicht nur eine Gänsehaut, sogar ein paar Tränen sind bei mir geflossen. In eine solche Situation wie im Buch beschrieben möchte ich nie kommen.

Mein Fazit: Mich hat das Buch sehr gefesselt. Das lag nicht nur an dem Thema selbst - welches meiner Ansicht nach sehr realistisch und nicht abwegig erscheint - auch die Charaktere haben mir gut gefallen.
Das recht offene Ende finde ich sehr passend gewählt, etwas anderes hätte ich mir garnicht vorstellen können und hätte auch nicht dem Charakter des Buches entsprochen.
Ich kann das Buch uneingeschränkt jedem weiterempfehlen!

Note: (96%)

Allgemeine Infos:
- Blackout von Marc Elsberg
- erschienen im Juni 2013 bei Blanvalet
- ISBN-13: 978-3442380299
- Taschenbuch mit 800 Seiten (9,99 Euro), Hardcover (19,99 Euro), Hörbuch (29,95 Euro) oder Ebook (6,99 Euro)
- Reihe: nein
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: keine, über BloggdeinBuch.de

Kommentare:

  1. Hi
    Ich habe das Buch auch über BdB gelesen - wen hattest du denn im Verdacht beim Lesen?
    Gruss
    Anna-Lisa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. *Spoiler*

      Bollard und Shannon. Mir kam das Verhalten der beiden echt komisch vor... besonders Bollard, der immer wieder so nervös wirkte

      Löschen
    2. Ah, achso. Ja, das kann ich gut verstehen, dass du einen der beiden oder sogar beide gleichzeitig verdächtigt hast. :) Ich hatte aber von Anfang an jemanden "externen" im Verdacht - und bin damit natürlich total im Dunkeln getappt, wer das sein könnte. ;)

      Löschen
    3. Ja, das wird zwar nicht sooo spät bekannt gegeben aber dennoch interessant zu erfahren wie sich das alles zusammen gefunden hat

      Löschen
  2. Wow, das klingt wirklich nach einem spannenden Buch! Ich habe von Elsberg schon einiges gehört, aber bisher noch nicht geschafft, etwas von ihm zu lesen :). Das wird jetzt bestinmt anders, wenn wir nächste Woche in eines der Hotels im Tannheimertal fahren werden - Herbsturlaub :).

    Liebe Grüße
    Luna

    AntwortenLöschen