Freitag, 6. September 2013

[Rezension] Jack Ketchum - Versteckt

Die Story: Dan wohnt Dead River, einem eher langweiligen Ort an den sich nur selten Touristen verirren. Dennoch lernt er diesen Sommer drei Jugendliche kennen, die nicht so sind wie er. Casey, Kim und Steven stammen aus reichen Familien und müssen den Sommer ebenfalls in Dead River verbringen.
Doch was macht man als Jugendlicher bloß an einem so tristen Ort? Der Strand und das Nacktbaden unterhält die vier nur kurzfristig. Doch Casey kommt immer wieder auf neue Ideen, bis Dan ihnen von einem alten, leerstehendem Haus berichtet in dem früher schlimme Dinge passiert sind... Caseys Plan steht damit fest.




Der Stil: Zunächst sei gesagt, das Buch ist bereits 19 Jahre alt. Bisher wurde es aber nicht in Deutschland veröffentlicht und könnte daher den ein oder anderen Leser verwirren.
Dies ist mein erstes Buch von Jack Ketchum, daher kann ich den Stil im Gegensatz zu neueren Werken nicht vergleichen. Dennoch fällt in der Leserunde mehrfach auf, das die Leser nicht so begeistert sind wie von den neuen Werken.
Dan erzählt die Geschichte seines Sommers aus der Ich-Perspektive. Dabei hat Jack Ketchum darauf geachtet es auch so klingen zu lassen. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würde Dan mir gegenüber sitzen und erzählen was passiert ist. Nicht jedem gefällt dieser umgangsprachliche Ton, doch hier finde ich ihn sehr passend eingesetzt.
Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich gestaltet und haben, bis auf Casey, aber eines gemeinsam - sind sind eher zurückhaltend. Und das finde ich an diesem Buch so interessant. Allein durch eine Person werden die anderen erst die in die grausame Situation gebracht und verhalten sich vollkommen entgegen ihrer eigenen Gedanken, Vorstellungen und Meinungen. Daher habe ich an dieser Stelle auch einen Legomann extra vergeben, denn das Buch ist wesentlich mehr als ein einfaches Horrorbuch. Jack Ketchum zeigt meiner Ansicht nach viel mehr das, nämlich das soziale Verhalten einer Gruppe und wie diese Gruppenmechanik überhaupt funktioniert. Caseys Charakter ist wirklich sehr eigen aber auch sehr gut konzipiert. Hier bekommt man mit wie Manipulation erfolgt und welche Auswirkungen es haben kann, wenn man einfach die Augen verschließt und nichts tut.
Die Kapitel sind kurz gehalten, spornen durch das jeweilige Ende aber zum direkten Weiterlesen an. Ich habe das Buch daher auch sehr schnell beendet, auch wenn die erwartet Spannung erst in letzten Drittel aufkam. In den ersten beiden Dritteln ist zwar auch ein Spannungsaufbau vorhanden, aber er steigt nur sehr, sehr langsam an.

Mein Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch wenn es kein typisches Horrorbuch ist, kann ich es als solches durchaus empfehlen. Nicht immer muss es direkt zu Beginn blutig zugehen - Horror erreicht viele Ebenen.

Note: (79%)

Allgemeine Infos:
- Versteckt (orig. 'Hide And Seek') von Jack Ketchum
- erschienen im Mai 2013 (orig. 1984) beim Heyne Verlag
- ISBN-13: 978-3453676169
- Taschenbuch mit 256 Seiten (8,99 Euro) oder Ebook (7,99 Euro)
- Reihe: nein
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: bei LovelyBooks.de

Kommentare:

  1. Schöne Rezension, mir gefällt dein Blog sehr gut, deswegen werde ich mal öfter vorbei schauen :D
    Ich mag Jack Ketchum, auch wenn er sehr brutal schreibt.

    Jessi <3
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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  2. Huhu!

    Okay, ich habe von dem Autor zwar noch nie gehört, aber trotzdem macht die Geschichte neugierig :). Und ein bisschen Grusel ist bei den aktuellen Temperaturen genau richtig, es reicht schon für meine Management Seminare derzeit ordentlich zu schwitzen ;).

    Liebe Grüße
    Luna

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