Sonntag, 1. September 2013

[Rezension] Williams & Beale - Die Drachen der Tinkerfarm

"Immer wieder ging ihr die Frage durch den Kopf, ob der vor ihr liegende Sommer so langweilig werden würde, wie sie anfangs gedacht hatte, oder der totale Horror oder irgendwie beides zugleich." (S. 34 (c) beim Verlag)

Die Story: Vorweg: dies ist der erste Band der Tinkerfarm-Reihe (der zweite ist bereits erhältlich).
Lucinda und ihr jüngerer Bruder Tyler leben eigentlich zusammen mit ihrer Mutter in der Stadt - eigentlich. Denn ihre Mutter hat sich dazu entschlossen endlich ihr Single-Dasein beenden zu wollen und hat eine Reise gebucht, natürlich ohne die beiden Kinder.
Lucinda und Tyler sind überhaupt nich davon angetan, schon garnicht als ein komischer Brief von einem angeblichen Großonkel eintrudelt. Ihre Mutter jedoch sieht die Chance: die beiden Kinder sollen den Sommer über bei ihrem Onkel auf einer Farm verbringen, genauer gesagt auf der Ordinary Farm in Standard Valley.
Die beiden denken sich bereits die schlimmsten Dinge aus, unter anderem ein Leben ohne Technik und ohne Strom und sind daher entsprechend überrascht, als sie die Farm das erste mal sehen. Denn wie eine Farm sieht es garnicht aus und auch die Mitarbeiter scheinen sehr merkwürdige Gestalten zu sein...




Der Stil:Die Geschichte rund um Lucinda und Tyler wird vom einem Er-Erzähler erzählt, der jeweils in die verschiedenen Charaktere springt und sich dort ihren Gefühlen und Gedanken widmet.
Dabei kommt es immer bei einem neuen Kapitel zu diesem Sprung, der sich zwischen Lucinda, Tyler und Colin, dem Hilfsburschen entscheidet.
Die beiden Kinder sind zwar recht unterschiedlich, scheinen aber dennoch miteinander zurecht zu kommen und man merkt schnell, das hier auch eine tiefere Verbindung besteht. Beide geben sich jedoch besonders am Anfang des Buches die größte Mühe es der Außenwelt nicht zu zeigen. An sich gefallen mir die Charaktere ganz gut, sind mir aber dennoch ein Stück weit zu sprunghaft. Lucinda zum Beispiel wäre gerne die junge Erwachsene, verhält sich aber ganz entgegen ihren eigenen Vorstellungen. Zudem habe ich das Gefühl das die Autoren sich die Charaktere aufgeteilt haben. Die Sprünge, auch was gerade die Sprache und den Schreibstil angeht, sind meiner Ansicht nach zu leicht zu bemerken. Sicherlich, es ist nicht einfach gemeinsam ein solches Buch zu verfassen, aber gerade bei diesem werde ich einfach das Gefühl nicht los, die Sache wäre nicht ganz "rund".
Eigentlich schreibe ich eher selten zur Geschichte an sich etwas, da sich einfach jeder auch seine eigenene Meinung bilden sollte, aber hier ist mir doch etwas negatives aufgefallen: fehlende Logik. Damit meine ich nicht die Fantasywelt, sondern es bleiben einfach viel zu viele Fragen offen.Warum, zum Beispiel, läd Großonkel Gideon die beiden Kinder zu sich ein? Warum fallen niemanden in der Region die merkwürdigen Dinge auf, die sich auf der Tinkerfarm zutragen? Immerhin ist Standard Valley, das nächste Dorf in der Nähe, nicht allzu weit entfernt...
Die Kapitelaufteilung finde ich okay, ich hätte mich über den ein oder anderen Absatz mehr gefreut.
Der Schreibstil zeigt Schwankungen, daher fiel mir das Lesen nicht ganz so einfach. 

Mein Fazit: Ehrlich gesagt hatte ich mir mehr von dem Buch versprochen und wurde nun ein wenig enttäuscht. Immerhin schein Tad Williams eine gewisse Größe im Bereich der Fantasybücher zu sein, aber ich schwanke gerade ob ich mir den zweiten Teil der Reihe kaufen sollte oder nicht.

Note: (57%)

Allgemeine Infos:
- Die Drachen der Tinkerfarm (orig. 'The Dragons Of The Ordinary Farm') von Tad Williams & Deborah Beale
- erschienen November 2009 beim Klett-Cotta Verlag
- ISBN-13: 978-3608938326
- Taschenbuch mit 380 Seiten (12,95 Euro), Hardcover (19,95 Euro) oder Ebook (9,99 Euro)
- Reihe: ja, erster Teil (zweiter Teil "Die Geheimnisse der Tinkerfarm" bereits erhältlich)
- Leseprobe: beim Verlag
- Leserunde: keine

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